Karies verhindern mit Xylitol?

Karies oder Zahnfäule ist der Zahnkiller Nummer eins. Die Entstehung von Karies verläuft in charakteristischer Weise: Im Zahnbelag, der sich aus Nahrungsresten, Bakterien und deren Stoffwechselprodukten sowie Speichelbestandteilen und Mineralien zusammensetzt, siedeln sich Karies auslösende Bakterien an. Diese Bakterien verstoffwechseln jeden Zucker, der mit der Nahrung in den Mund gelangt, und produzieren dabei Säuren. Der Mundraum ist normalerweise durch ein neutrales Milieu gekennzeichnet. Damit die Bakteriensäuren neutralisiert werden können, werden Mineralien, vor allem Kalzium, benötigt. Diese wichtigen Mineralien werden dafür unter anderem aus den Zähnen gelöst. Darunter leiden die Zähne und mit der Zeit bekommen sie Löcher. Karies entsteht insbesondere dann, wenn über den Tag verteilt viel Zucker aufgenommen wird. Vor allem kurze Abstände zwischen den Zuckermahlzeiten leisten Karies Vorschub.

Zahnfäule verläuft in unterschiedlichen Stadien. Anfangs wird durch die sauren Stoffwechselprodukte der Bakterien der Zahnschmelz angegriffen. Dann nimmt das Zahnbein unter dem Zahnschmelz Schaden. Dies verursacht bereits Zahnschmerzen. Wenn bereits mehr als zwei Drittel des Zahns von Karies befallen sind, ist das Loch im Zahn schon sichtbar und der Schmerz anhaltend. Spätestens in dieser Phase suchen die Meisten den Zahnarzt auf. Unterbleibt der Zahnarztbesuch, tritt die Karies in ihr nächstes Stadium ein. Die Bakterien können sehr tiefe Strukturen im Zahn schädigen und den Zahnnerv zerstören. Es droht nicht nur Zahnausfall, sondern sogar Blutvergiftung, wenn die Bakterien in den Blutkreislauf gelangen. Zahnhygiene, in Form von Zähneputzen und Mundspülungen, kann diesem Prozess entgegenwirken. Doch oftmals fehlt am Tag die Zeit, Zähne ausgiebig zu reinigen. Dann haben die Kariesbakterien leichtes Spiel und ihnen steht ausreichend Nahrung durch den zugeführten Zucker zur Verfügung. Sie vermehren sich und produzieren Säuren mit verheerender Wirkung für den Zahn.

Doch die Entstehung von Karies kann verhindert werden. Als Mittel im Kampf gegen Zahnfäule hat sich Xylitol bzw. Xylit bewährt. Finnische Forscher fanden heraus, dass regelmäßiger Xylit-Verzehr Karies vorbeugen kann. Birkenzucker ist auch in der Lage, den Zahnbelag zu reduzieren, wodurch Karies auslösenden Bakterien die Lebensgrundlage entzogen wird. Die schädlichen Bakterien werden durch Xylit zwar nicht direkt abgetötet, aber sie verhungern. Denn diese Bakterien brauchen Zucker, um sich zu ernähren. Wird aber anstelle von Zucker Xylitol aufgenommen, können die Bakterien diesen Stoff nicht verzehren und verstoffwechseln. Säure bildende Bakterien verschwinden und machen harmlosen Bakterien Platz. So kann Xylit die Entwicklung einer positiven Bakterienflora im Mund begünstigen, das Säure-Basen-Gleichgewicht wird aufrechterhalten. Nicht alle Kariesbakterien sterben aber ab. Die verbleibenden Bakterien können sich auch wieder vermehren und an den Zähnen Schaden anrichten, sobald wieder vermehrt Zucker aufgenommen wird. Deshalb ist es wichtig, regelmäßig Birkenzucker zu verwenden und langfristig auf Haushaltszucker zu verzichten.

Wissenschaftler haben noch eine andere Wirkung von Xylit auf die Zähne nachgewiesen. So wurde festgestellt, dass Xylitol die Mineralisierung des Zahnschmelzes beschleunigen kann. Laut Erfahrungsberichten von Xylit-Anwendern konnten sich durch diesen Effekt kleinere Löcher an den Zähnen wieder von selbst schließen. Größere Löcher verschwinden nicht, allerdings können sie dennoch verhärten und demzufolge unempfindlicher werden.

Im Hinblick auf die Kariesvorbeugung ist vor allem eine Verwendung von Xylit empfehlenswert, wenn nach dem Genuss von säurehaltigem Obst und Getränken nicht mit der Zahnbürste gereinigt werden sollte, weil das der Zahnoberfläche zusätzlich zu schaffen macht. Als Zahnprophylaxe für zwischendurch raten viele Zahnärzte zu Xylit, zum Beispiel in Form von Xylit-Mundspülungen oder Xylitol-Kaugummis.