Gibt es Nebenwirkungen bei Xylitverwendung?

Dass Xylitol oder Birkenzucker herkömmlichen Zucker gut ersetzen kann und für die menschliche Ernährung geeignet ist, wurde bereits im letzten Jahrhundert bewiesen. Während des Zweiten Weltkriegs kam es in Finnland zu einer extremen Zuckerknappheit. Zuckerimporte waren in den Kriegsjahren teuer und die finnischen Wissenschaftler suchten nach einem vollwertigen und kostengünstigen Zuckerersatz. Sie fanden ihn in der Rinde von Birken. Durch die Gewinnung von Xylit aus Holzrinde konnte man den Auswirkungen der Zuckerknappheit gut begegnen. Vor allem in den Ländern Skandinaviens ist Birkenzucker als Zuckeraustauschstoff nach wie vor sehr gefragt. Besonders seit die zahnfreundlichen Eigenschaften von Xylitol bekannt geworden sind, steigt auch die Nachfrage in anderen Ländern stetig an. Als Süßstoff für diabetische Nahrungsmittel hat sich Birkenzucke zum Beispiel in der Schweiz, in Japan und auch in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion einen Namen gemacht. Mittlerweile produzieren einige Staaten wie China für den Eigenbedarf selbst Xylitol.

Die Beliebtheit von Xylit ist vor allem auf seine Eigenschaften im Kampf gegen Karies zurückzuführen, aber auch darauf, dass der Zuckerersatz vom menschlichen Körper so gut vertragen wird. Nebenwirkungen sind bislang nicht bekannt geworden. Einzig beim Verzehr sehr großer Mengen von Xylit kann der Stoff eine abführende Wirkung haben. Das ist bei allen natürlichen Zuckeraustauschstoffen der Fall. Interessant ist aber in diesem Zusammenhang, dass der Zuckeraustauschstoff Sorbit, wenn er in Mengen von über 0,5 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht verzehrt wird, immer abführend wirkt. An größere Mengen Xylit hingegen kann sich der Körper des Menschen anpassen, ohne dass zwangsläufig ein Abführeffekt auftreten muss. Der finnische Professor Mäkinen wies bereits in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts nach, dass Menschen Xylit in einer Dosis von 430 Gramm problemlos vertragen konnten. In nur wenigen Tagen kann sich der menschliche Körper auch an hohe Xylitmengen gewöhnen, ohne dass irgendwelche Nebenwirkungen eintreten.

Zügelloser Haushaltszuckerkonsum kann zu Irritationen der Bauchspeicheldrüse und sogar zu Diabetes führen, zu viel Zucker verursacht Hautunreinheiten wie Pickel, wirkt sich negativ auf den Blutdruck aus und erhöht das Herzinfarktrisiko. Auch das Immunsystem kann unter zu viel Zucker leiden, ganz zu schweigen von den Zähnen, die von Karies befallen werden können. All diese negativen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit hat der Zuckeraustauschstoff Xylit nicht. Deswegen ist es sehr ratsam, Zucker durch Birkenzucker zu ersetzen.

Allerdings wirkt Xylitol nur im menschlichen Organismus ohne Nebenwirkungen. Haustiere dürfen kein Xylit erhalten. Bestimmte Tierarten wie Hunde, Ziegen und Kaninchen vertragen Xylitol nicht, denn bei ihnen hat der Zuckerersatz eine stark Insulinausschüttende Wirkung. Dadurch kann es im Tierkörper zu einer heftigen Reaktion kommen, und zwar zu einem sogar lebensbedrohlichen Abfall des Blutzuckerspiegels. Die Ursache dafür ist, dass den Tieren ein Enzym fehlt, das im Körper Xylit abbauen kann. Deswegen sollten Haustiere auf keinen Fall mit Xylit oder Xylithaltigen Lebensmitteln gefüttert werden.

Der Mensch dagegen verträgt den Zuckerersatz Xylit ohne nachteilige Folgen für die Gesundheit, denn Xylitol wird vom menschlichen Körper in geringen Mengen sogar selbst hergestellt. Man kann also ohne Furcht Speisen und Getränke mit Xylit süßen bzw. Birkenzucker für die Mundhygiene verwenden. Dabei wird der Zuckerersatz auch von Kindern und Älteren gut vertragen.