Mit Xylit Süßes ohne Angst vor Karies naschen

Xylit, auch Xylitol oder Birkenzucker genannt, ist ein Zuckeraustauschstoff, der süß wie Zucker schmeckt, aber keinen so negativen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel wie raffinierter Haushaltszucker hat. Zuckeraustauschstoffe sind nicht mit Süßstoffen gleichzusetzen, denn Süßstoffe werden künstlich hergestellt und sollen sich negativ auf die Gesundheit auswirken.

Johannisbeere mit Xylit ZuckerDer Zuckeraustauschstoff Xylitol verfügt nicht nur über ein ähnliches Aussehen wie normaler Zucker, sondern auch über eine ebensolche Süßkraft. Allerdings hat er deutlich weniger Kalorien als Haushaltszucker. Gewonnen wird Xylit in der Regel aus Pflanzen. Die Substanz kommt nämlich als natürlicher Zuckeralkohol in vielen Obstsorten wie Beeren oder Pflaumen und auch in Gemüse, zum Beispiel in Blumenkohl oder Mais, vor. Wichtig ist, dass Xylit aber gleichfalls als Bestandteil in der Holzrinde von Bäumen wie der Birke zu finden ist. Darauf ist auch der Name Birkenzucker zurückzuführen. Birkenzucker, der aus Holzabfällen gewonnen wird, ist empfehlenswert. Sehr oft wird Xylit heutzutage aber aus Mais hergestellt. Die Qualität von Xylit aus Mais ist abhängig davon, auf welche Weise der Mais angebaut wird. Denn gerade beim Maisanbau kommen verstärkt Gentechnik, Kunstdünger oder Pestizide zum Einsatz.

Auch im menschlichen Körper kommt Xylit auf natürliche Weise vor. Der Stoff entsteht beim Abbau von Kohlehydraten in der Leber. Bereits vor mehr als einhundert Jahren wurde Xylitol entdeckt. Bedeutung erlangte die Substanz aber erst viel später. In Finnland wurde während des zweiten Weltkrieges die Eigenschaft von Xylit als Zuckerersatz erkannt. Finnische Forscher stellten zu dieser Zeit diesen Stoff erstmals aus der Rinde von Birken her. Inzwischen produzieren viele Länder Xylit und auch hierzulande wird der Zuckeraustauschstoff aufgrund seiner besonderen Eigenschaften immer populärer.

Interessant ist vor allem die Wirkung von Xylitol auf die Zähne. Seriöse wissenschaftliche Studien testieren Xylit großes Potenzial bei der Vorbeugung von Zahnbelag, Zahnstein und Karies. Weltweite Bekanntheit erlangte Birkenzucker durch die so genannte Turku-Zuckerstudie, die von finnischen Forschern in den siebziger Jahren durchgeführt wurde. Die über mehrere Jahre angelegte Studie zeigte erstaunliche Ergebnisse. Probanden, die Xylitol anstelle von Zucker verwendet hatten, bekamen im Vergleich zu den anderen Studienteilnehmern keine Karies. Zu erklären ist dieser Umstand dadurch, dass Karies auslösende Bakterien im Mund Xylit nicht verstoffwechseln können und absterben. Durch Anregung der Speichelproduktion sorgt Xylit darüber hinaus dafür, dass im Mund die Bildung von Eiweißen und Kalzium gefördert wird, was wiederum dazu führt, dass es zu einer Remineralisierung des Zahnschmelzes kommt. Schon sehr geringe Mengen Xylit am Tag reichen aus für einen effektiven Kariesschutz.

Raffinierter Industriezucker ist der Zahnkiller Nummer ein. Denn Karies verursachende Bakterien ernähren sich ausschließlich von Zucker. Wenn kein Zucker konsumiert wird, können sich auch keine Plaque bildenden und Karies auslösenden Bakterien auf der Zahnoberfläche ansiedeln und vermehren. Deswegen sollte man im Interesse der Zahngesundheit auf Haushaltszucker verzichten und stattdessen Xylitol verwenden. So schafft man gute Voraussetzungen für gesunde Zähne. Mit dem Zuckeraustauschstoff können die Zähne ganz normal geputzt werden. Jeder kann aber auch auf einfache Weise selbst Xylit-Mundwasser herstellen und damit Zähne und Mundraum spülen.

Einsatzgebiete für Xylit ergeben sich neben der Zahnpflege vor allem bei der Zubereitung von Speisen und Getränken. Man kann den Birkenzucker anstelle von Haushaltszucker zum Kuchenbacken, zum Kochen, für die Herstellung von Desserts, Shakes und anderen Drinks verwenden. Natürlich eignet sich Xylit auch zum Süßen von Heißgetränken wie Kaffee, Tee oder Kakao.